| 832.101 | ||
| Liechtensteinisches Landesgesetzblatt | ||
| Jahrgang 2020 | Nr. 29 | ausgegeben am 29. Januar 2020 |
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Massnahmen
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Leistungspflicht
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Voraussetzungen
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gültig ab
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1 Chirurgie
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1.2 Transplantationschirurgie
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Massnahme "Behandlung von schwer heilenden Wunden mittels gezüchteter Hauttransplantate"
Aufgehoben
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1.3 Orthopädie, Traumatologie
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Autologe Chondrozytentransplantation
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Ja
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Zur Behandlung von posttraumatischen Knorpelläsionen am Kniegelenk. Massgebend sind die Indikationen und Kontraindikationen der schweizerischen Medizinaltarif-Kommission UVG (MTK) vom 26. Oktober 2011 gemäss Faktenblatt 2016.131.725.01-1.
Kostenübernahme nur auf vorgängige besondere Gutsprache der Kasse, welche die Empfehlung des Vertrauensarztes berücksichtigt.
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1.9.2006; 1.7.2017 bis 31.12.2020
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1.4 Urologie und Proktologie
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Perkutane Elektroneuromodulation des Tibialnervs mit Nadelelektroden
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Ja
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Zur Behandlung der idiopathischen hyperaktiven Blase oder der Stuhlinkontinenz
Nach Ausschöpfen konservativer Therapieoptionen
Indikationsstellung und Durchführung ausschliesslich durch Fachärzte für Urologie oder für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Urogynäkologie (bei hyperaktiver Blase) oder für Gastroenterologie oder für Chirurgie mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie (bei Stuhlinkontinenz)
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1.2.2020
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2 Innere Medizin
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2.1 Allgemein
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Hämatopoïetische Stammzell-Transplantation
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In den von der Gruppe "Swiss Blood Stem Cell Transplantation (SBST)" anerkannten Zentren.
Durchführung gemäss den von "The Joint Accreditation Committee-ISCT & EBMT (JACIE)" und der "Foundation for the Accreditation of Cellular Therapy (Fact)" herausgegebenen Normen: "FACT-JACIE International Standards for hematopoietic Cellular Therapy Product Collection, Processing and Administration", 7. Ausgabe vom März 2018.1
Eingeschlossen ist die Operation beim Spender samt der Behandlung allfälliger Komplikationen sowie die folgenden Leistungen:
a) die Kosten einer angemessenen Versicherung des Spenders gegen mögliche schwerwiegende Folgen der Entnahme;
b) eine angemessene Entschädigung für den Erwerbsausfall, welcher der spendenden Person im Zusammenhang mit der Entnahme entsteht; sowie
c) alle ausgewiesenen Kosten, die dem Spender im Zusammenhang mit der Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen entstehen, namentlich:
- Reisekosten;
- die Kosten der Abklärungen betreffend die Eignung als Spender;
- die Kosten der lebenslangen Nach-verfolgung des Gesundheitszustands des Spenders; und
- die Kosten für den notwendigen Beizug entgeltlicher Hilfen, namentlich Haushaltshilfen oder Hilfen für die Betreuung von Personen.
Ausgeschlossen ist eine Haftung des Versicherers des Empfängers beim allfälligen Tod des Spenders.
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1.1.2014, 1.2.2020
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Die Unterpunkte "- autolog" und "- allogen" bleiben bestehen.
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Extrakorporelle Photopherese
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Ja
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Beim kutanen T-Zell-Lymphom (Sézary-Syndrom).
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1.1.2014
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Ja
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Bei Graft-Versus-Host-Disease, wenn die vorausgegangene konventionelle Therapie (z.B. Kortikosteroide) erfolglos war.
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1.1.2014
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Ja
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Nach einer Lungentransplantation nur bei Bronchiolitis-obliterans-Syndrom, wenn augmentierte Immunsuppression sowie ein Behandlungsversuch mit Makroliden erfolglos waren.
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1.1.2017 bis 31.12.2021
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4 Pädiatrie, Kinderpsychiatrie
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Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen mittels "Packing"-Methode
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Nein
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1.2.2020
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5 Dermatologie
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Massnahme "Dreidimensionale biologische extrazelluläre Matrix tierischen Ursprungs" ersetzen durch:
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Anwendung von Hautäquivalenten
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Ja
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Für die Behandlung chronischer Wunden.
Mit autologen oder allogenen Hautäquivalenten, die nach den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften zugelassen sind.
Indikationsstellung gemäss den "Richtlinien zum Einsatz von Hautersatzverfahren bei schwer heilenden Wunden" der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung (SafW) vom 1. April 2018.
Durchführung an Zentren, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung anerkannt sind.
Soll die Behandlung in einem Zentrum durchgeführt werden, das von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung nicht anerkannt ist, so ist vorgängig die besondere Gutsprache der Kasse einzuholen, welche die Empfehlung des Vertrauensarztes berücksichtigt.
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1.1.2014, 1.2.2020
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9 Radiologie
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9.1 Röntgendiagnostik
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Knochendensitometrie
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- mit Doppelenergie-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA)
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Ja
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- bei einer klinisch manifesten Osteoporose und nach einem Knochenbruch bei inadäquatem Trauma
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1.4.2000
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- bei Langzeit-Cortisontherapie oder Hypogonadismus
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1.4.2000
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- Erkrankungen des Verdauungssystems mit Malabsorptionssyndrom (insbesondere Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie)
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1.4.2000, 1.1.2016
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- primärer Hyperparathyreoïdismus (sofern keine klare Operationsindikation besteht)
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1.4.2000
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- Osteogenesis imperfecta
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1.4.2000
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- HIV
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1.4.2014
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- bei Therapie mit Aromatasehemmer (nach der Menopause) oder mit der Kombination GnRH-Analogon+Aromatasehemmer (vor der Menopause), zu Beginn und maximal alle 2 Jahre unter laufender Therapie
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1.2.2020
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Die DEXA-Untersuchungskosten werden nur in einer Körperregion übernommen.
Spätere DEXA-Untersuchungen werden nur übernommen, wenn eine medikamentöse Behandlung erfolgt, und höchstens jedes zweite Jahr.
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1.4.2000
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- mit Ganzkörper-Scanner
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Nein
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1.4.2000
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9.2 Andere bildgebende Verfahren
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Positron-Emissions-Tomographie (PET, PET/CT)
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Ja
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Durchführung in Zentren, welche die administrativen Richtlinien vom 20. Juni 20082 der Schweizerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin (SGNM) erfüllen.
a) Mittels 18F-Fluoro-Deoxy-Glucose (FDG), nur bei folgenden Indikationen:
1. in der Kardiologie:
- präoperativ vor einer Herztransplantation,
- bei Verdacht auf kardiale Sarkoidose als Zweitlinien-Diagnostik und zum Therapiemonitoring,
- bei Verdacht auf eine Infektion von kardiologischen Implantaten;
2. in der Onkologie:
- gemäss den klinischen Richtlinien der SGNM, Kapitel 1.0, vom 28. April 20113 zu FDG-PET;
3. in der Neurologie:
- präoperativ bei therapieresistenter fokaler Epilepsie,
- zur Abklärung von Demenz: als weiterführende Untersuchung in unklaren Fällen, nach Vorabklärung durch Fachärzte für Geriatrie, Psychiatrie und Neurologie; bis zum vollendeten 80. Altersjahr, bei einem Mini-Mental-Status-Test (MMST) von mindestens 10 Punkten und einer Dauer der Demenz von maximal 5 Jahren sowie keiner vorausgegangenen Untersuchung mit PET oder SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography);
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1.9.2006, 1.1.2014, 1.1.2015, 1.1.2017, 1.10.2018, 1.2.2020
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4. in der Allgemeinen Inneren Medizin oder Infektiologie:
- bei Fieber unbekannter Ursache, nach inkonklusiver internistischer und infektiologischer Abklärung und Bildgebung inkl. MRI und CT, auf Anordnung durch Fachärzte für Allgemeine Innere Medizin, Infektiologie, Rheumatologie, Allergologie und klinische Immunologie,
- bei Verdacht auf eine Infektion von vaskulären Grafts,
- bei alveolärer Echinokokkose im Hinblick auf mögliches Absetzen der medikamentösen Therapie;
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5. Bei der Fragestellung "Raumforderung", gemäss den klinischen Richtlinien der SGNM, Kapitel 2.0, vom 28. April 20114 zu FDG-PET.
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1.1.2018 - 31.12.2020
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b) Mittels N-13-Ammoniak, nur bei folgender Indikation:
Zur Untersuchung der Myokardperfusion (in Ruhe und unter Belastung) zur Evaluation der Myokardischämie.
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1.1.2014
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c) Mittels 82-Rubidium, nur bei folgender Indikation:
Zur Untersuchung der Myokardperfusion (in Ruhe und unter Belastung) zur Evaluation der Myokardischämie.
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1.1.2014
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d) Mittels 18F-Fluorocholin, nur bei folgenden Indikationen:
- Zur Abklärung bei biochemisch nachgewiesenem Rezidiv (PSA-Anstieg) eines Prostatakarzinoms;
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1.1.2018, 1.2.2020
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- Zur präoperativen Lokalisation von Nebenschilddrüsen-Adenomen bei primärem Hyperparathyreoidismus nach negativer oder inkonklusiver konventioneller Bildgebung (Sestamibi-Szintigraphie bzw. -SPECT/CT).
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1.10.2018 - 30.6.2020
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e) Mittels 18F-Ethyl-Thyrosin (FET)
Bei folgenden Indikationen:
Zur Evaluation bei Hirntumoren und Re-Evaluation bei malignen Hirntumoren.
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1.1.2017
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f) Mittels PSMA, nur bei folgender Indikation: Zur Abklärung bei biochemisch nachgewiesenem Rezidiv (PSA-Anstieg) eines Prostatakarzinoms.
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1.7.2017, 1.3.2019
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g) Mittels DOTA-Peptiden, nur bei folgender Indikation:
Staging und Restaging differenzierter neuroendokriner Tumore.
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1.7.2017
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h) Mittels H215O, nur bei folgender Indikation: Zur Perfusionsmessung vor und nach zerebralen Revaskularisationseingriffen bei Moyamoya-Krankheit.
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1.10.2018
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Nein
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a) Mittels 18F-Fluorid
b) Mittels 18F-Florbetapir
c) Mit anderen Isotopen als 18F-Fluoro-Deoxy-Glucose (FDG), 18F-Fluorocholin, N-13-Ammoniak, 82-Rubidium oder 18F-Ethyl-Thyrosin (FET), PSMA, DOTA-Peptiden oder H215O.
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1.1.2014, 1.1.2015, 1.1.2016, 1.1.2017, 1.7.2017, 1.10.2018, 1.3.2019
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Massnahme
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Voraussetzung
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bter) Nicht-invasiver pränataler Test (NIPT)
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Zur Untersuchung auf eine Trisomie 21, 18 oder 13.
Ab der 12. Schwangerschaftswoche.
Bei Schwangeren, bei denen ein Risiko von 1:1000 oder höher besteht, dass beim Fötus eine Trisomie 21, 18 oder 13 vorliegt.
Ermittlung des Risikos und Indikationsstellung bei Fehlbildungen im Ultraschall gemäss Expertenbrief Nr. 52 vom 14. März 20185 der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), verfasst von der Arbeitsgruppe der Akademie für fetomaternale Medizin und der Schweizerischen Gesellschaft für medizinische Genetik.
Bei Zwillingsschwangerschaften sind NIPT mittels Microarray oder Single Nucleotide Polymorphism (SNP) von der Kostenübernahme durch die Kassen ausgeschlossen.
Nach einem umfassenden Aufklärungs- und Beratungsgespräch, das zu dokumentieren ist, sowie nach Erteilung der schriftlichen Zustimmung durch die Schwangere oder ihren gesetzlichen Vertreter.
Anordnung nur durch Fachärzte in Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt fetomaternale Medizin, Fachärzte für Medizinische Genetik und Ärzte mit Fähigkeitsausweis Schwangerschaftsultraschall der SGUM.
Laboranalysen gemäss der schweizerischen Analysenliste (AL).
Wird aus technischen Gründen das Geschlecht des Fötus bestimmt, darf diese Information nicht vor Ablauf von 12 Wochen seit Beginn der letzten Periode mitgeteilt werden.
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h) Kontrolle nach Fehlgeburt
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Nach Fehlgeburt oder medizinisch indiziertem Schwangerschaftsabbruch, sofern dieser nach liechtensteinischem Recht straflos (§ 96 Abs. 4 StGB) und nach der Gesetzgebung am Ort des Eingriffs zulässig ist, ab der 13. bis zur vollendeten 23. Schwangerschaftswoche.
Zwischenanamnese, gynäkologischer und klinischer Status, Beratung; Laboranalysen und Ultraschalluntersuchung nach klinischem Ermessen. Ultraschalluntersuchung nur durch Ärzte mit Fähigkeitsausweis Schwangerschaftsultraschall (SGUM).
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Massnahme
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Voraussetzung
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a) HIV-Test
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Bei Neugeborenen HIV-positiver Mütter.
Bei den übrigen Personen gemäss der Richtlinie "Der HIV-Test auf Initiative des Arztes/der Ärztin bei bestimmten Krankheitsbildern (HIV-Indikatorerkrankungen)" des BAG vom 18. Mai 20156
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Organsystem / Gruppe
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Diagnose
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Voraussetzungen
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...
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Geburtsgebrechen (Alter > 18 Jahre)
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Zystische Fibrose
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Zöliakie
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Zerebrale Lähmungen
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ab einer Invalidisierung von 30 %*
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Intelligenzstörungen
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Anordnung von Vormundschaftsmassnahmen
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Spina bifida (Myelomeningocele)
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ab einer Invalidisierung von 30 %*
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