0.812.122.1
Liechtensteinisches Landesgesetzblatt
Jahrgang 2026 Nr. 6 ausgegeben am 22. Januar 2026
Kundmachung
vom 20. Januar 2026
der Abänderung des Übereinkommens über Doping
Aufgrund von Art. 3 Bst. c und Art. 10 Abs. 1 des Kundmachungsgesetzes vom 17. April 1985, LGBl. 1985 Nr. 41, macht die Regierung in der Anlage die Abänderung des Anhangs zum Übereinkommen vom 16. November 1989 gegen Doping, LGBl. 2000 Nr. 111, kund.

Fürstliche Regierung:

gez. Sabine Monauni

Regierungschefin-Stellvertreterin
Anlage
Änderung des Anhangs zum Übereinkommen
Beschlossen von der Beobachtenden Begleitgruppe in Strassburg am 3. Dezember 2025
Inkrafttreten: 1. Januar 2026
Anhang
Verbotsliste 2026
Welt-Anti-Doping-Code
1
Einleitung
Die Verbotsliste ist ein verbindlicher Internationaler Standard im Rahmen des Welt-Anti-Doping-Programms.
Die Liste wird nach einem umfassenden von der WADA durchgeführten Konsultationsverfahren jährlich aktualisiert. Die Liste tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
Der offizielle Wortlaut der Verbotsliste wird von der WADA weitergeführt und in englischer und französischer Sprache veröffentlicht. Bei Unstimmigkeiten zwischen der englischen und französischen Fassung ist die englische Fassung massgebend.
Begriffe, die in dieser Liste verbotener Substanzen und verbotener Methoden verwendet werden:
Innerhalb des Wettkampfes verboten
Sofern die WADA für eine bestimmte Sportart keinen anderen Zeitraum zugelassen hat, beginnt der Zeitraum "innerhalb des Wettkampfes" grundsätzlich kurz vor Mitternacht (um 23:59 Uhr) am Tag vor einem Wettkampf, für den der Athlet aufgestellt ist, und endet mit dem Ende dieses Wettkampfes und des Probenahmeverfahrens.
Zu allen Zeiten verboten
Dies bedeutet, dass die Substanz oder die Methode entsprechend der Begriffsbestimmung im Code innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes verboten ist.
Spezifisch und nichtspezifisch
Nach Art. 4.2.2 des Welt-Anti-Doping-Codes gelten "für die Zwecke der Anwendung des Art. 10 [...] alle verbotenen Substanzen als spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen, die in der Verbotsliste anders gekennzeichnet sind. Eine verbotene Methode gilt nicht als spezifische Methode, es sei denn, sie ist in der Verbotsliste ausdrücklich als spezifische Methode gekennzeichnet." Nach dem Kommentar zu dem Artikel sollen "die in Art. 4.2.2 genannten spezifischen Substanzen und Methoden [...] auf keinen Fall als weniger wichtig oder weniger gefährlich als andere Dopingsubstanzen oder -methoden angesehen werden. Es handelt sich dabei einfach um Substanzen und Methoden, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Athlet sie für andere Zwecke als die Leistungssteigerung eingenommen beziehungsweise angewendet hat."
Substanzen mit Missbrauchspotential
Nach Art. 4.2.3 des Codes sind Substanzen mit Missbrauchspotential jene Substanzen, die als solche gekennzeichnet sind, weil sie in der Gesellschaft häufig ausserhalb eines sportlichen Zusammenhangs missbraucht werden. Als Substanzen mit Missbrauchspotential gelten: Cocain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamfetamin (MDMA/"Ecstasy") und Tetrahydrocannabinol (THC).
S0 Nicht zugelassene Substanzen
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Pharmakologisch wirksame Substanzen, die in den folgenden Abschnitten der Verbotsliste nicht aufgeführt und derzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind (zum Beispiel Arzneimittel in der präklinischen oder klinischen Entwicklung beziehungsweise Arzneimittel, deren Entwicklung eingestellt wurde, Designerdrogen, nur für die Anwendung bei Tieren zugelassene Substanzen), sind zu jeder Zeit verboten.
Diese Klasse umfasst viele verschiedene Substanzen, unter anderem BPC-157, 2,4-Dinitrophenol (DNP), Ryanodin-Rezeptor-1-Calstabin-Komplex-Stabilisatoren [zum Beispiel S-107, S48168 (ARM210)] und Troponin-Aktivatoren (zum Beispiel Reldesemtiv und Tirasemtiv).
S1 Anabole Substanzen
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.
Anabole Substanzen sind verboten.
S1.1. Anabol-androgene Steroide (AAS)
Bei exogener Verabreichung, dazu gehören unter anderem:
1-Androstendiol (5alpha-Androst-1-en-3beta,17beta-diol);
1-Androstendion (5alpha-Androst-1-en-3,17-dion);
1-Androsteron (3alpha-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);
1-Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);
1-Testosteron (17beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-3-on);
4-Androstendiol (Androst-4-en-3beta,17beta-diol);
4-Hydroxytestosteron (4,17beta-Dihydroxyandrost-4-en-3-on);
5-Androstendion (Androst-5-en-3,17-dion);
7alpha-Hydroxy-DHEA;
7beta-Hydroxy-DHEA;
7-Keto-DHEA;
11beta-Methyl-19-nortestosteron;
17alpha-Methylepitiostanol (Epistan);
19-Norandrostendiol (Estr-4-en-3,17-diol);
19-Norandrostendion (Estr-4-en-3,17-dion);
Androst-4-en-3,11,17-trion (11-Ketoandrostendion, Adrenosteron);
Androstanolon (5alpha-Dihydrotestosteron, 17beta-Hydroxy-5alpha-androstan-3-on);
Androstendiol (Androst-5-en-3beta,17beta-diol);
Androstendion (Androst-4-en-3,17-dion);
Bolasteron;
Boldenon;
Boldion (Androsta-1,4-dien-3,17-dion);
Calusteron;
Clostebol;
Danazol ([1,2]Oxazolo[4',5':2,3]pregna-4-en-20-yn-17alpha-ol);
Dehydrochlormethyltestosteron (4-Chlor-17beta-hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);
Desoxymethyltestosteron (17alpha-Methyl-5alpha-androst-2-en-17beta-ol und 17alpha-Methyl5alpha-androst-3-en-17beta-ol);
Dimethandrolon (7alpha,11beta-Dimethyl-19-nortestosteron);
Drostanolon;
Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androstan-17-on);
Epidihydrotestosteron (17beta-Hydroxy-5beta-androstan-3-on);
Epitestosteron;
Ethylestrenol (19-Norpregna-4-en-17alpha-ol);
Fluoxymesteron;
Formebolon;
Furazabol (17alpha-Methyl[1,2,5]oxadiazolo[3',4':2,3]-5alpha-androstan-17beta-ol);
Gestrinon;
Mestanolon;
Mesterolon;
Metandienon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);
Metenolon;
Methandriol;
Methasteron (17beta-Hydroxy-2alpha,17alpha-dimethyl-5alpha-androstan-3-on);
Methyl-1-testosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methyl-5alpha-androst-1-en-3-on);
Methylclostebol;
Methyldienolon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9-dien-3-on);
Methylnortestosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestr-4-en-3-on);
Methyltestosteron;
Metribolon (Methyltrienolon, 17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9,11-trien-3-on);
Miboleron;
Nandrolon (19-Nortestosteron);
Norboleton;
Norclostebol (4-Chlor-17beta-ol-estr-4-en-3-on);
Norethandrolon;
Oxabolon;
Oxandrolon;
Oxymesteron;
Oxymetholon;
Prasteron (Dehydroepiandrosteron, DHEA, 3beta-Hydroxyandrost-5-en-17-on);
Prostanozol (17beta-[(Tetrahydropyran-2-yl)oxy]-1'H-pyrazolo[3,4:2,3]-5alpha-androstan);
Quinbolon;
Stanozolol;
Stenbolon;
Testosteron;
Tetrahydrogestrinon (17-Hydroxy-18a-homo-19-nor-17alpha-pregna-4,9,11-trien-3-on);
Tibolon;
Trenbolon (17beta-Hydroxyestr-4,9,11-trien-3-on);
Trestolon (7alpha-Methyl-19-nortestosteron, MENT);
und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) einschliesslich deren Ester.
S1.2. Andere anabole Substanzen
Dazu gehören unter anderem:
Clenbuterol, Osilodrostat, Ractopamin, Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren [SARMs, zum Beispiel Andarin, Enobosarm (Ostarin), LGD-4033 (Ligandrol), RAD140, S-23 und YK-11], Zeranol und Zilpaterol.
S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.
Die folgenden Substanzen und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) sind verboten:
S2.1. Erythropoetine (EPO) und Erythropoese-beeinflussende Substanzen
Dazu gehören unter anderem:
S2.1.1
Erythropoetin-Rezeptor-Agonisten, zum Beispiel
Darbepoetine (dEPO);
Erythropoetine (EPO);
EPO-basierte Konstrukte [zum Beispiel EPO-Fc; Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta (CERA)];
EPO-mimetische Substanzen und ihre Konstrukte (zum Beispiel CNTO-530, Peginesatid, Pegmolesatid).
S2.1.2
Hypoxie-induzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren, zum Beispiel
Cobalt;
Daprodustat (GSK1278863);
IOX2;
Molidustat (BAY 85-3934);
Roxadustat (FG-4592);
Vadadustat (AKB-6548);
Xenon.
S2.1.3
GATA-Hemmer, zum Beispiel
K-11706.
S2.1.4
Transformierender-Wachstumsfaktor-beta-(TGF-β-)Signalhemmer, zum Beispiel Luspatercept;
Sotatercept.
S2.1.5
Agonisten des körpereigenen Reparatur-Rezeptors, zum Beispiel
Asialo-EPO;
carbamyliertes EPO (CEPO).
S2.2. Peptidhormone und ihre Releasingfaktoren
S2.2.1
Testosteron-stimulierende Peptide bei Männern, zum Beispiel
- Choriongonadotropin (CG),
- Luteinisierendes Hormon (LH),
- Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH, Gonadorelin) und seine Agonistenanaloga (zum Beispiel Buserelin, Deslorelin, Goserelin, Histrelin, Leuprorelin, Nafarelin und Triptorelin),
- Kisspeptin und seine Agonistenanaloga
S2.2.2
Corticotropine und ihre Releasingfaktoren, zum Beispiel Corticorelin und Tetracosactid
S2.2.3
Wachstumshormon (GH, seine Analoga und Fragmente, dazu gehören unter anderem:
- Wachstumshormon-Analoga, zum Beispiel Lonapegsomatropin, Somapacitan und Somatrogon
- Wachstumshormon-Fragmente, zum Beispiel AOD-9604 und hGH 176-191.
S2.2.4
Wachstumshormon-Releasingfaktoren, dazu gehören unter anderem:
- Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH) und seine Analoga (zum Beispiel CJC1293, CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin)
- Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika [zum Beispiel Anamorelin, Capromorelin, Ibutamoren (MK-677), Ipamorelin, Lenomorelin (Ghrelin), Macimorelin und Tabimorelin]
- Wachstumshormon-Releasing-Peptide (GHRPs) [zum Beispiel Alexamorelin, Examorelin (Hexarelin), GHRP-1, GHRP-2 (Pralmorelin), GHRP-3, GHRP-4, GHRP-5 und GHRP-6]
S2.3. Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktor-Modulatoren
Dazu gehören unter anderem:
- Fibroblasten-Wachstumsfaktoren (FGFs)
- Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF)
- insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1, Mecasermin) und seine Analoga
- mechanisch induzierte Wachstumsfaktoren (MGFs)
- Blutplättchen-basierter Wachstumsfaktor (PDGF)
- Thymosin beta-4 und seine Derivate, zum Beispiel TB-500
- vaskulär-endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)
und andere Wachstumsfaktoren oder Wachstumsfaktor-Modulatoren, die in Muskeln, Sehnen oder Bändern die Proteinsynthese/den Proteinabbau, die Gefässbildung/-versorgung, die Energieausnutzung, die Regenerationsfähigkeit oder die Umwandlung des Fasertyps beeinflussen.
S3 Beta-2-Agonisten
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Alle selektiven und nichtselektiven Beta-2-Agonisten, einschliesslich aller optischen Isomere, sind verboten.
Dazu gehören unter anderem
- Arformoterol
- Fenoterol
- Formoterol
- Higenamin
- Indacaterol
- Levosalbutamol
- Olodaterol
- Procaterol
- Reproterol
- Salbutamol
- Salmeterol
- Terbutalin
- Tretoquinol
(Trimetoquinol)
- Tulobuterol
- Vilanterol
Ausnahmen:
- inhaliertes Salbutamol: höchstens 1600 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 600 Mikrogramm über 8 Stunden, ausgehend von jeder Dosis;
- inhaliertes Formoterol: abgegebene Dosis höchstens 54 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 36 Mikrogramm über 12 Stunden, ausgehend von jeder Dosis;
- inhaliertes Salmeterol: höchstens 200 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 100 Mikrogramm über 8 Stunden, ausgehend von jeder Dosis;
- inhaliertes Vilanterol: höchstens 25 Mikrogramm über 24 Stunden.
Hinweis:
Eine Salbutamolkonzentration im Urin von mehr als 1 000 Nanogramm/ml oder eine Formoterolkonzentration im Urin von mehr als 40 Nanogramm/ml ist nicht im Einklang mit der therapeutischen Anwendung der Substanz und gilt als ein normabweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet weist anhand einer kontrollierten pharmakokinetischen Studie nach, dass dieses abnorme Ergebnis die Folge einer therapeutischen Dosis (durch Inhalation) bis zu der oben genannten Höchstdosis war.
S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Verbotene Substanzen in den Klassen S4.1 und S4.2 sind spezifische Substanzen. Verbotene Substanzen in den Klassen S4.3 und S4.4 sind nichtspezifische Substanzen.
Die folgenden Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren sind verboten:
S4.1. Aromatasehemmer
Dazu gehören unter anderem:
- 2-Androstenol (5alpha-Androst-2-en-17-ol)
- 2-Androstenon (5alpha-Androst-2-en-17-on)
- 2-Phenylbenzo[h]chromen-4-on (alpha-Naphthoflavon; 7,8-Benzoflavon)
- 3-Androstenol (5alpha-Androst-3-en-17-ol)
- 3-Androstenon (5alpha-Androst-3-en-17-on)
- 4-Androsten-3,6,17-trion (6-oxo)
- Aminoglutethimid
- Anastrozol
- Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion (Androstatriendion)
- Androsta-3,5-dien-7,17-dion
(Arimistan)
- Exemestan
- Formestan
- Letrozol
- Testolacton
S4.2. Antiöstrogene Substanzen [Antiöstrogene und selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs)]
Dazu gehören unter anderem:
- Bazedoxifen
- Clomifen
- Cyclofenil
- Elacestrant
- Fulvestrant
- Ospemifen
- Raloxifen
- Tamoxifen
- Toremifen
S4.3. Stoffe, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeptors IIB verhindern
Dazu gehören unter anderem:
- Aktivin A neutralisierende Antikörper
- Aktivin-Rezeptor-IIB-Kompetitoren, wie zum Beispiel
- Decoy-Aktivin-Rezeptoren (zum Beispiel ACE-031)
- Anti-Aktivin-Rezeptor-IIB-Antikörper (zum Beispiel Bimagrumab)
- Myostatinhemmer, wie zum Beispiel
- Substanzen, welche die Myostatin-Expression verringern oder unterdrücken,
- Myostatin bindende Proteine (zum Beispiel Follistatin, Myostatin-Propeptid),
- Myostatin oder Myostatinvorläufer neutralisierende Antikörper (zum Beispiel Apitegromab, Domagrozumab, Landogrozumab, Stamulumab).
S4.4. Stoffwechselmodulatoren
S4.4.1.
-Aktivatoren der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), zum Beispiel N5,N6-Bis(2-Fluorphenyl)- [1,2,5]oxadiazolo[3,4-b]pyrazin-5,6-diamin (BAM15), AICAR, mitochondriales offenes Leseraster der 12S rRNA-c (MOTS-c)
- Peroxisom-Proliferator-aktivierter-Rezeptor-delta-(PPARδ-)Agonisten, zum Beispiel 2-(2Methyl-4-((4-methyl-2-(4-(trifluoromethyl)phenyl)thiazol-5-yl)methylthio)phenoxy)-essigsäure (GW1516, GW501516)
- Rev-Erb alpha-Agonisten, zum Beispiel SR9009, SR9011
S4.4.2.
Insuline und Insulin-Mimetika, zum Beispiel S519, S597
S4.4.3.
Meldonium
S4.4.4.
Trimetazidin
S5 Diuretika und Maskierungsmittel
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Alle Diuretika und Maskierungsmittel, einschliesslich aller optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.
Dazu gehören unter anderem:
- Diuretika wie:
Acetazolamid; Amilorid; Bumetanid; Canrenon; Chlortalidon; Etacrynsäure; Furosemid; Indapamid; Metolazon; Spironolacton; Thiazide, zum Beispiel Bendroflumethiazid, Chlorothiazid und Hydrochlorothiazid; Torasemid; Triamteren; Xipamid;
- Vaptane, zum Beispiel Conivaptan, Mozavaptan, Tolvaptan;
- Intravenös verabreichte Plasmaexpander wie:
Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke, Mannitol;
- Desmopressin;
- Probenecid;
und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).
Hiervon ausgenommen sind:
- Drospirenon, Pamabrom sowie die topische ophthalmische Verabreichung von Carboanhydrasehemmern (zum Beispiel Dorzolamid, Brinzolamid);
- die lokale Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie.
Hinweis:
Wird in der Probe eines Athleten zu allen Zeiten beziehungsweise innerhalb des Wettkampfes jegliche Menge einer der folgenden Grenzwerten unterliegenden Substanzen - nämlich Formoterol, Salbutamol, Cathin, Ephedrin, Methylephedrin und Pseudoephedrin - in Verbindung mit einem Diuretikum oder Maskierungsmittel (mit Ausnahme der topischen ophthalmischen Verabreichung eines Carboanhydrasehemmers oder der lokalen Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie) nachgewiesen, so gilt dieser Nachweis als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet besitzt zusätzlich zu der medizinischen Ausnahmegenehmigung für das Diuretikum oder Maskierungsmittel eine bestätigte medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) für diese Substanz.
Verbotene Methoden
Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und ausserhalb des Wettkampfes)
Alle verbotenen Methoden in dieser Klasse sind nichtspezifisch mit Ausnahme der Methoden in der Klasse M2.2, die spezifische Methoden sind.
M1. Manipulation von Blut und Blutbestandteilen
Folgende Methoden sind verboten:
M1.1. Die Verabreichung oder Wiederzufuhr jeglicher Menge von autologem, allogenem (homologem) oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem.
Die Entnahme von Blut oder Blutbestandteilen, einschliesslich durch Apherese, wenn sie nicht 1) zu analytischen Zwecken, einschliesslich medizinischen Tests oder Dopingkontrollen, oder 2) zu Spendezwecken in einem Spendezentrum durchgeführt wird, das von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Staates, in dem das Zentrum tätig ist, zugelassen ist.
M1.2. Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff.
Dazu gehören unter anderem:
Perfluorchemikalien; Efaproxiral (RSR13); Voxelotor und veränderte Hämoglobinprodukte, zum Beispiel Blutersatzstoffe auf Hämoglobinbasis und mikroverkapselte Hämoglobinprodukte, ausgenommen ergänzender Sauerstoff durch Inhalation.
M1.3. Jegliche Form der intravaskulären Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.
M1.4. Die Anwendung von Rückatmungssystemen oder Ausrüstung zur Abgabe von Kohlenmonoxid, sofern nicht als diagnostisches Verfahren unter Aufsicht einer medizinischen oder wissenschaftlichen Fachkraft eingesetzt.
M2. Chemische und physikalische Manipulation
Folgende Methoden sind verboten:
M2.1. Die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme, um die Integrität und Validität der Proben, die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern.
Dazu gehören unter anderem der Austausch und/oder die Verfälschung einer Probe, zum Beispiel die Zugabe von Proteasen zu einer Probe.
M2.2. Intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 ml innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden, es sei denn, sie werden rechtmässig im Zuge von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen verabreicht.
M3. Gen- und Zelldoping
Die folgenden Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung sind verboten:
M3.1. Die Verwendung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäure-Analoga, mit denen Genomsequenzen und/oder die Genexpression durch jegliche Mechanismen verändert werden können. Dazu gehören unter anderem Technologien für Geneditierung, Genstilllegung und Gentransfer.
M3.2. Die Anwendung normaler oder genetisch veränderter Zellen oder von Zellbestandteilen (zum Beispiel Zellkerne und Organellen wie zum Beispiel Mitochondrien und Ribosomen).
S6 Stimulanzien
Innerhalb des Wettkampfes verboten
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen in der Klasse S6.A, die nichtspezifische Substanzen sind.
Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Cocain und Methylendioxymethamfetamin (MDMA/"Ecstasy")
Alle Stimulanzien, dazu gehören alle optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.
Zu den Stimulanzien gehören:
S6.A. Nichtspezifische Stimulanzien
- Adrafinil
- Amfepramon
- Amfetamin
- Amfetaminil
- Amiphenazol
- Benfluorex
- Benzylpiperazin
- Bromantan
- Clobenzorex
- Cocain
- Cropropamid
- Crotetamid
- Fencamin
- Fenetyllin
- Fenfluramin
- Fenproporex
- Fladrafinil (2-[Bis(4-fluorphenyl) methylsulfinyl]-N-hydroxyacetamid)
- Flmodafinil (2-[Bis(4-fluorphenyl) methylsulfinyl]acetamid)
- Fonturacetam [4-Phenylpiracetam
(Carphedon)]
- Furfenorex
- Hydrafinil (Fluorenol)
- Lisdexamfetamin
- Mefenorex
- Mephentermin
- Mesocarb
- Metamfetamin(D-)
- p-Methylamfetamin
- Modafinil
- Norfenfluramin
- Phendimetrazin
- Phentermin
- Prenylamin
- Prolintan
Stimulanzien, die in diesem Abschnitt nicht ausdrücklich genannt sind, gelten als spezifische Substanzen.
S6.B. Spezifische Stimulanzien
Dazu gehören unter anderem:
- 2-Phenylpropan-1-amin (beta- Methylphenylethylamin, BMPEA)
- 3-Methylhexan-2-amin (1,2-Dimethylpentylamin)
- 4-Fluormethylphenidat
- 4-Methylhexan-2-amin (1,3-Dimethylamylamin, 1,3 DMAA, Methylhexanamin)
- 4-Methylpentan-2-amin (1,3-Dimethylbutylamin)
- 5-Methylhexan-2-amin (1,4 Dimethylamylamin, 1,4-Dimethylpentylamin, 1,4 DMAA)
- Benzfetamin
- Cathin**
- Cathinon und seine Analoga, zum Beispiel Mephedron, Methedron und alpha-Pyrrolidinovalerophenon
- Dimetamfetamin (Dimethylamfetamin)
- Ephedrin***
- Epinephrin**** (Adrenalin)
- Etamivan
- Ethylphenidat
- Etilamfetamin
- Etilefrin
- Famprofazon
- Fenbutrazat
- Fencamfamin
- Heptaminol
- Hydroxyamfetamin (Parahydroxyamfetamin)
- Isomethepten
- Levmetamfetamin
- Meclofenoxat
- Methylendioxymethamfetamin
- Methylephedrin***
- Methylnaphthidat [(±)-Methyl2-(naphthalen-2-yl)-2(piperidin-2-yl)acetat]
- Methylphenidat
- Midodrin
- Nikethamid
- Norfenefrin
- Octodrin (1,5-Dimethylhexylamin)
- Octopamin
- Oxilofrin (Methylsynephrin)
- Pemolin
- Pentetrazol
- Phenethylamin und seine Derivate
- Phenmetrazin
- Phenpromethamin
- Propylhexedrin
- Pseudoephedrin*****
- Selegilin
- Sibutramin
- Solriamfetol
- Strychnin
- Tenamfetamin (Methylendioxyamfetamin)
- Tesofensin
- Tuaminoheptan
und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).
Hiervon ausgenommen sind:
- Clonidin, Guanfacin;
- Imidazolinderivate für die dermatologische, nasale, ophthalmische oder aurikuläre Anwendung (zum Beispiel Brimonidin, Clonazolin, Fenoxazolin, Indanazolin, Naphazolin, Oxymetazolin, Tetryzolin, Tramazolin, Xylometazolin) und die in das Überwachungsprogramm für 2026* aufgenommenen Stimulanzien.
* Bupropion, Koffein, Nikotin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin, Pipradrol und Synephrin: Diese Substanzen sind in das Überwachungsprogramm für 2026 aufgenommen und gelten nicht als verbotene Substanzen.
** Cathin (D-Norpseudoephedrin) und sein L-Isomer: verboten, wenn seine Konzentration im Urin 5 Mikrogramm/ml übersteigt.
*** Ephedrin und Methylephedrin: verboten, wenn ihre Konzentration im Urin jeweils 10 Mikrogramm/ml übersteigt.
**** Epinephrin (Adrenalin): nicht verboten bei der lokalen Verabreichung, zum Beispiel nasal oder ophthalmologisch, oder bei der Verabreichung in Verbindung mit einem Lokalanästhetikum.
***** Pseudoephedrin: verboten, wenn seine Konzentration im Urin 150 Mikrogramm/ml übersteigt.
S7 Narkotika
Innerhalb des Wettkampfes verboten
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Diamorphin (Heroin)
Die folgenden Narkotika, dazu gehören alle optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten:
- Buprenorphin
- Dextromoramid
- Diamorphin (Heroin)
- Fentanyl und seine Derivate
- Hydromorphon
- Methadon
- Morphin
- Nicomorphin
- Oxycodon
- Oxymorphon
- Pentazocin
- Pethidin
- Tramadol
S8 Cannabinoide
Innerhalb des Wettkampfes verboten
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Tetrahydrocannabinol (THC)
Alle natürlichen und synthetischen Cannabinoide sind verboten, zum Beispiel
- in Cannabis (Haschisch, Marihuana) und Cannabis-Produkten
- natürliche und synthetische Tetrahydrocannabinole (THCs)
- synthetische Cannabinoide, welche die Wirkungen von THC nachahmen
Hiervon ausgenommen sind:
- Cannabidiol
S9 Glucocorticoide
Innerhalb des Wettkampfes verboten
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Alle Glucocorticoide sind verboten, wenn sie auf jeglichem injizierbaren, oralen [einschliesslich oromukosalen (zum Beispiel bukkalen, gingivalen, sublingualen)] oder rektalen Weg verabreicht werden.
Dazu gehören unter anderem:
- Beclometason
- Betamethason
- Budesonid
- Ciclesonid
- Cortison
- Deflazacort
- Dexamethason
- Flunosolid
- Fluocortolon
- Fluticason
- Hydrocortison
- Methylprednisolon
- Mometason
- Prednisolon
- Prednison
- Triamcinolonacetonid
Hinweis:
Andere Verabreichungsarten (einschliesslich inhalativ und topisch: dental-intrakanalär, dermal, intranasal, ophthalmologisch, aurikulär und perianal) sind nicht verboten, wenn sie im Rahmen der vom Hersteller empfohlenen Dosen und medizinischen Indikationen angewendet werden.
P1. Betablocker
In bestimmten Sportarten verboten
Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.
Betablocker sind in den folgenden Sportarten nur im Wettkampf verboten; ausserhalb von Wettkämpfen auch, sofern angegeben (*).
- Billard (alle Disziplinen) (WCBS)
- Bogenschiessen (WA)*
- Darts (WDF)
- Golf (IGF)
- Minigolf (WMF)
- Motorsport (FIA)
- Schiessen (ISSF, IPC)*
- Unterwassersport (CMAS)* in allen Unterdisziplinen des Apnoetauchens, Speerfischens und Zielschiessens
* Auch ausserhalb von Wettkämpfen verboten.
Dazu gehören unter anderem:
- Acebutolol
- Alprenolol
- Atenolol
- Betaxolol
- Bisoprolol
- Bunolol
- Carteolol
- Carvedilol
- Celiprolol
- Esmolol
- Labetalol
- Metipranolol
- Metoprolol
- Nadolol
- Nebivolol
- Oxprenolol
- Pindolol
- Propranolol
- Sotalol
- Timolol

1   Übersetzung des englischen Originaltextes